
Das Projekt estuaire central (frz. estuaire, dt. Ästuar, Form der Trichtermündung) will eine neue Sichtweise auf den Teil des Mündungsgebietes des St.Lorenzstromes in Kanada etablieren, der gemeinhin estuaire moyen genannt wird. Diese Bezeichnung suggeriert, dass es sich lediglich um ein Übergangsgebiet zwischen dem estuaire fluvial und dem estuaire maritime handelt, das diese beiden verbindet, ohne ein eigenes Profil zu besitzen. Gerade hier tritt jedoch eine ganze Reihe einzigartiger Phänomenen auf.
Die Gezeiten sind maximal: Die Wasserstäde von Ebbe und Flut variieren bis zu 6 Meter.
Fast der komplette Übergang von Süß- zu Salzwasser vollzieht sich hier auf einer Länge von nur etwa 100 km. Als Folge treten besonders gefährliche Strömungen auf, die das Navigieren erschweren.
Zudem werden die Sedimente, die der Strom mit sich trägt, nicht direkt in Richtung Ozean abtransportiert, was zur Entstehung des so genannten “Schlammkorkens” führt. Im braunen, trüben Wasser ist die Fauna nicht sehr vielfältig, umfasst aber eine so seltene Spezies wie den schwarzen Stör.
Das Projekt hat zum Ziel, den Begriff des estuaire central anstelle der Bezeichnung estuaire moyen einzuführen, um der Besonderheit des Ortes Rechnung zu tragen. Es wurde während eines Artist-in-Residence-Aufenthaltes am Centre Est-Nord-Est in Saint-Jean-Port-Joli, Quebec entwickelt.
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